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Allgemeines
Alle im Folgenden erwähnten PDF-Dateien oder Grafiken können bei Interesse (oder bei Problemen mit PDF-Dateien) auch in gedruckter Form zugesandt werden.
Über Ihre Anmerkungen und Reaktionen würden wir uns sehr freuen!
Visuelle Beurteilung mithilfe Mikroskopie
Oberflächenbeschaffenheit
- Die Mikroskopfotos zeigen Beläge und Verkrustungen sehr
deutlich. Wenn nötig wird durch einen Löslichkeitstest mit
HCl zwischen anorganischen Hydroxiden o.ä. und biologischem
Bewuchs unterschieden.
- Mikroskopfoto Beläge -
- Ebenso kann bei losen Schwebstoffen auf eine Rückspülung
als verbessernde Maßnahme geschlossen werden. Bei biologischen
Verschmutzungen ist dann manchmal eine zusätzliche
Desinfektion notwendig.
- Mikroskopfoto biologischer Bewuchs -
- Bis auf ganz wenige spezielle Austauschertypen sind brauchbare Oberflächen sehr glatt und makroporöse Perlen wirken fast porzellanartig.
- Stark gealterte makroporöse Perlen zeigen oft eine beginnende Transparenz, was auf die sogenannte Vergelung - eine teilweise Kollabierung von Poren und damit Verlust von Zugänglichkeit - schließen lässt.
Verfärbung und Dunkelung
- Insbesondere Anionenaustauscher neigen zur Aufnahme von z.B. organischen Säuren. Dies zeigt sich durch eine deutlich braunrote Dunkelung.
- Dies ist allerdings zu unterscheiden von dem normalen Farbwechsel zwischen braun und hellgelb, der bei gelförmigen Anionenaustauschern zwischen regenerierter und beladener Form auftritt.
Gesprungene und gebrochene Perlen
- Bei gelförmigen Perlen kann schon innere Rissbildung,
die noch nicht zu Bruch geführt hat, erkannt werden. Wenn
diese Anteile höher als etwa 5 % liegen, müssen Sie damit
rechnen, dass eine erhöhte Bruchbildung stattfindet.
- Mikroskopfoto Rissbildung -
- Bei hohem Bruchanteil sind steigende Druckverluste oder Düsenverstopfungen mit Kanalbildungen im Bett - die üblichen Folgen.
- Es besteht dann ebenso das Risiko, dass Kationenaustauschersplitter in die Anionenaustauscherstufe geraten und dort für schlechtes Auswaschen und erhöhte Leitfähigkeit, insbesondere beim Anfahren, sorgen. Dieser Effekt ist je nach Größe der Kationenaustauscherbestandteile oft nicht zu beheben und muss rechtzeitig erkannt werden.
- Bei der Zählung der Bruchbestandteile werden oft nur verhältnismäßig
kleine Zahlen angegeben, z.B. 5…10 %. Diese bedeuten jedoch
oft eine drastische Einschränkung, da kleinere Bruchstücke
bei der Zählung ungefähr zu ganzen Perlen zusammengesetzt
werden müssen. Bei meist kleinen Bruchstücken kann das Harzbett
also mit Splittern durchsetzt sein, was drastische Folgen
haben kann.
- Mikroskopfoto Bruchbildung -
Statische Kapazität (Totalkapazität, TK)
Volumenbezogene Kapazität
- Die allgemein bekannteste Kenngröße ist die
volumenbezogene Totalkapazität, die in der Lieferform
der Harze auch in allen Datenblättern zu finden ist.
Wir geben zu unseren Messwerten i.d.R. den prozentualen
Verlust relativ zur Neu-Spezifikation an.
- Grafik Kapazitätsalterung SBA -
Gewichtsbezogene Kapazität
- Dieser Kapazitätswert liefert in Verbindung mit der volumenbezogenen Kapazität Aussagen über den Alterungszustand der Probe.
- Kationenaustauscher verlieren ihre Gruppen nicht, was
an sehr konstanten Trockenkapazitätswerten erkennbar
ist. Bei gleichzeitig absinkenden volumenbezogenen Kapazitäten
ist auf Schwächung der Harzmatrix durch Entnetzung
(mit dadurch bedingter Volumenvergrößerung) zu
schließen.
- Grafik Trockenkapazität SAC -
Bei Anionenaustauschern gilt, dass von Neuwerten zwischen 4,5 und 5 eq/kg ein Abfall über die Jahre gemessen wird, der bis unter 3 eq/kg und niedriger reichen kann. Dieser Abfall entspricht weitgehend dem Abfall der volumenbezogenen TK und sagt aus, dass das Harzgerüst (die Harzmatrix) kaum leidet, aber die funktionellen Gruppen mit der Zeit abgegeben werden.
Quarternierungsgrad (starkbasischer Anteil an der Totalkapazität, nur stark- und gemischtbasische Typen)
- Man kann von der Empfindlichkeit gegen Alterungseinflüsse
folgende Rangfolge aufstellen:
Starkbasische Typ 2-Gruppen > starkbasische Typ 1 Gruppen >> schwachbasische Gruppen. Gleichzeitig gilt, dass Typ 2-Gruppen durch Alterung zu schwachbasischen Gruppen werden. Typ 1-Gruppen gehen oft gänzlich verloren. - Aus dem Verhältnis von starkbasischen zu schwachbasischen
Gruppen kann somit ein recht gutes Maß der Alterung
abgeleitet werden.
(eingeführt ist hier der Quarternierungsgrad, der Anteil der starkbasischen zur Summe aller basischen Gruppen)
- Grafik Alterung starkbasischer Typ-2 Typen -
Alterungsverhalten verschiedener Typen
- Wir haben den Interpretationsweg unter Einbeziehung von
volumenbezogener und gewichtsbezogener Kapazität sowie
Quellwassergehalt in einer Art Entscheidungsbaum dargestellt.
- Grafik Alterungsbaum -
Kinetische Eigenschaften
Färbung mit Farbstoffen
- Als Beurteilungshilfe haben wir für einige Standard-Harztypen
Färbungen an Neuware sowie an alten Proben in schlechtem
Zustand fotografiert und zusammengestellt. Hierzu stehen
PDF-Dateien zum Download zur Verfügung.
- Färbefotos von neuwertigen Proben - (PDF, 2,2MB)
- Beurteilungshilfe zu unseren Färbefotos - (PDF, 2MB)
Säulentest (Nutzbare Kapazität, Waschwasserbedarf)
- Im Säulentest werden unter normierten Bedingungen Durchbruchskapazität bei erhöhter Geschwindigkeit und begrenztem Regeneriermitteleinsatz sowie der Waschwasserbedarf ermittelt.
- Für die gängigen Harztypen haben wir Referenzwerte ermittelt, die als Bezugsgröße gelten. Somit erhalten Sie prozentuale Messwerte, die Ihnen die direkte Interpretation relativ zu Neuware ermöglichen.
- Nutzbare Kapazitäten von 95…100 % sind gut; < 85 % deutlich verschlechtert. Die Reproduzierbarkeit liegt bei ca. 3 %.
- Der Waschwasserbedarf schwankt üblicherweise zwischen 100 und über 200 %, was dann ein deutliches Problem anzeigt.
Genauigkeit und Reproduzierbarkeit
- Wir haben unsere Methoden durch Validierungsreihen auf
Reproduzierbarkeit getestet. Die Messunsicherheiten bei
Wiederholung der Totalkapazitätsmessung von gleichen
Proben sind in der Grafik zu finden:
- Grafik Genauigkeit -
- Systematische Abweichungen sind durch geeignete Auswahl der Messgeräte und Komponenten auf < 1 % je Komponente begrenzt.
- Damit können Sie über alles betrachtet Ihre Kapazitätsmesswerte auf 1…2 % genau interpretieren.
- Schwachbasische Anteile bei starkbasischen Typen können aufgrund des häufig geringen absoluten Messwertes nur mit ca. 0,1 eq/l Genauigkeit angegeben werden.







