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Samstag, 30. Januar 2010, 14:10

Kapazität Enthärtungsanlage bei ionenarmen Medien

Im Nachgang zur Diskussion zu einem anderen Beitrag hier im Forum stellt sich für mich die Frage, ob ich für eine Enthärtung in ionenarmen Medien (z.B. bei einer nachgeschalteten Enthärtung nach einer Umkehrosmose oder bei der Kondensatenthärtung) mit derselben Kapazität rechnen kann wie für eine konventionellen Enthärtung (also typischerweise mit einer nutzbaren Kapazität von rund 1 val/l), oder ob ich hier bereits bei geringerer Beladung mit einem Schlupf rechnen muss.

Danke für Ihre rasche Antwort
Dr. Rudolf Kohler
Dr. Rudolf Kohler
Beratung Planung Dokumentation
Wasser, Abwasser, Kraftwerks-Chemie
Kneippweg 2 D-74074 Heilbronn
Tel. +49.7131.174000
eMail: rudolf.kohler@dr-kohler.de

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Sonntag, 31. Januar 2010, 10:43

Kapazität Enthärtungsanlage bei ionenarmen Medien

Hallo Herr Kohler,

nach einer UO rechne ich natürlich damit, dass die Härte-Anteile sehr klein verglichen mit den Na-Anteilen sind. Hier spielen also beide Argumente eine Rolle, zum einen, dass die Konzentration insgesamt nicht hoch ist und zum zweiten, dass das Verhältnis Na/Ca deutlich ungünstiger als im Rohwasser ist. Ich würde also tatsächlich mit deutlich niedrigeren Kapazitäten rechnen.
Mit freundlichen Grüßen
8) Dieter Mauer, MionTec GmbH

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Dienstag, 7. Dezember 2010, 12:40

Restenthärtung

Hallo Herr Kohler,

wir betreiben eine UO mit nachgeschalteter Enthärtung, die ca. 1 Jahr bis zur Erschöpfung läuft. Der Erschöpfungszeitpunkt ist klar erkennbar.

Bei salzhaltigem Rohwasser (Saale bei Leuna) tritt ein messbarer Härteschlupf auf (erreichbar waren damals manchmal nur ca. 0,06 °dH).
Mit einer photometrischen Methode (DDR-Norm) konnte die Härte < 0,1 °dH 3 Stellen hinter dem Komma analysiert werden (keine Titration).

Bei salzarmen Wasser ist der Schlupf absolut gesehen sehr gering, die Beladung des Austauschers vollständig mit Na ist nach der Regeneration normal und erwünscht. Entscheidend ist für den Ablaufwert ist die Reinheit der NaCl-Regenerierlösung. Mit Sole, die Härte enthält (nach Verrieselung und Ca-Abscheidung im Gradierwerk Bad Dürrenberg), wurden viel schlechtere Resthärtewerte erreicht als mit reinstem NaCl. Die Herstellung von härtefreier NaCl-Sole ist daher ein bedeutendes Thema in der wiss. Literatur gewesen.

Von diesen Einflussfaktoren abgesehen kann die Frage trotz unserer Praxiserfahrungen dennoch nicht beantwortet werden, weil schlicht niemand sich bisher die Mühe machte, die Härte hinter UO oder im FW-Wasser oder im Kondensat fortlaufend über ein Jahr genau zu bilanzieren. Eher gibt man ein paar Euro mehr für eine zusätzliche Regeneration aus als für 2 Messsysteme incl. Betriebskosten, Auswertungssoftware, ... schade, aber die Fragestellung ist für uns leider nicht relevant genug, um in den Aufwand für eine quantitativ abgesicherte Aussage investieren zu wollen.