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Freitag, 7. Januar 2011, 06:25

Algenwachstum im Fällungsreaktor

S.g. Damen und Herren,

ich darf mich kurz vorstellen.
Mein Name ist Josef Rohringer und ich bin Leiter der
Energieabteilung in der Firma Jungbunzlauer Austria AG.

Diese Position beinhaltet die Verantwortung für die Wasser-
aufbereitung sowohl für das Kesselhaus als auch für die
Produktion von Zitronensäure (Lebensmittel!).

Unser Wasser bekommen wir über eine Pumpleitung vom
Fluß Thaya. Dieses Wasser wird in einem ersten Schritt durch
Beigabe von Kalk und Flockungsmittel entcarbonisiert und vom groben Schmutz gereinigt.

Diese Fällung erfolgt in einem Behälter der im Freien steht (Durchmesser 23m,
Höhe 5m). In den Sommermonaten entsteht Algenwachstum, welches
Probleme verursacht.

Hat jemand Erfahrung mit der Verhinderung
von Algenwachstumg bzw. Entfernung von Algen (welche Siebe?)
im großen Stil?
Es darf keine "chemische Keule" eingesetzt werden.

mfg

Josef Rohringer

2

Freitag, 7. Januar 2011, 12:22

Hallo Herr Rohringer,

das Thema ist mir gut bekannt. Grundsätzlich hemmt die Alkalisierung durch die Kalkzugabe (auf welchen pH-Wert gehen Sie da?) die biologische Aktivität etwas.
Der entscheidende Punkt ist hier allerdings, dass Sie entweder Nährstoffe entfernen oder das Sonnenlicht fernhalten müssen, um die Algenbildung zu unterdrücken.
In dem Kraftwerk, in dem ich früher beschäftigt war, haben wir die komplette Aufbereitungsanlage nachträglich eingehaust. In weiteren Anlagen, die ich realisiert habe bzw. an deren Planung bzw. Errichtung ich beteiligt war, war die Einhausung bzw. Abdeckung von vorne herein eingeplant. In diesen Anlagen ist das Algenproblem praktisch vernachlässigbar. Bei offenen Anlagen kommen Sie um die chemische Keule kaum herum.
Ein nachträgliches Abtrennen der Algen, insbesondere der abgestorbenen Spezies ist praktisch nicht möglich, die werden Sie bis weit in den Prozess hinein verfolgen.

Ich hoffe, Ihnen mit der Antwort etwas weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Rudolf Kohler
Dr. Rudolf Kohler
Beratung Planung Dokumentation
Wasser, Abwasser, Kraftwerks-Chemie
Kneippweg 2 D-74074 Heilbronn
Tel. +49.7131.174000
eMail: rudolf.kohler@dr-kohler.de

3

Samstag, 15. Januar 2011, 10:08

Eine Einhausung/Abdeckung ist inzwischen geplant und wird im
Frühjahr durchgeführt werden.
Zusätzlich bekam ich den Tipp, daß man die eingehauste Anlage
mit UV-Strahlung "beleuchten" kann.
Es gibt verschiedene Arten der UV-Strahlung, aber die energetisch
Höchste wurde mir als am Wirksamsten empfohlen.
Man muß beachten, daß UV-Strahlung NICHT sichtbar ist und bei
direktem Kontakt mit den Augen zum Verlust des Sehvermögens
führt. Die Sicherheit der Mitarbeiter muß gewährleistet sein.

Eine Einhausung alleine vermindert zwar das Problem, aber es
gibt dann immer noch ein Algenwachstum - keine Grünen sondern
Weisse. Aber die Kombination Einhausung und UV-Strahlung sollte
das Problem lösen.

Wenn das Projekt abgeschlossen ist, werde ich einen kurzen
Erfahrungsbericht reinstellen (Wirksamkeit, Nutzen, Kosten, ...).

mfg

Josef Rohringer